StartseiteDefinition der Krankheit

Unter dem Begriff "Leukämie" werden verschiedene bösartige Erkrankungen der blutbildenden Zellen im Knochenmark verstanden, bei denen es zu einer Ausschwemmung von Blutzellen vor Abschluss der Zellreifung in die Blutbahn und auch in andere Organe kommt.
Die hieraus resultierenden Veränderungen des Blutbildes im Sinne einer Leukozytose wurden erstmalig von dem Berliner Pathologen Rudolf Virchow im 19. Jahrhundert als "Leukämie" bezeichnet.
Je nach klinischem Verlauf der Erkrankung werden akute von chronischen Leukämien unterschieden. Weiterhin wird nach der Herkunft der bösartigen Zellen zwischen der myeloischen und der lymphatischen Leukämie differenziert.
"Maligne Lymphome" sind bösartige Neubildungen von Zellen des körpereigenen Abwehrsystems, zu denen u. a. die Lymphknoten und die Milz gehören. Sie werden in Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome unterteilt.
Weiterhin gehören aus Plasmozytome zu den malignen Lymphomen, die in der Regel als Plasmazellvermehrung im Knochenmark beginnen ohne das Lymphknotenbefall von Bedeutung ist.
Diesen so genannten hämatologischen Neoplasien ist gemeinsam, dass sie Systemerkrankungen sind und daher meistens Therapien erfordert, die den ganzen Körper erfasst.
Hierzu gehört vor allem die Chemotherapie, welche die bösartigen Zellen abtötet. Seit einiger Zeit gewinnt die Behandlung mit monoklonalen Antikörpern, die selektiv leukämische und/ oder Lymphomzellen angreifen, zunehmend an Bedeutung.
Weiterhin ist die Knochenmarktransplantation ein unverzichtbarer Bestandteil aktueller Therapiekonzepte sowohl für Leukämien, als auch für Lymphome. Schließlich sind auch strahlentherapeutische Ansätze in den Fällen wirkungsvoll, in denen z. B. eine lokalisierte Erkrankung vorliegt.
Immer ist eine stadiengerechte Therapie erforderlich, die in enger Abstimmung mit niedergelassenen Hausärzten, onkologischen Schwerpunktpraxen, regionalen Krankenhäusern und übergeordneten Tumorzentren erfolgen muss. Hierbei leisten auch die Selbsthilfeinitiativen einen immensen Beitrag zu individuellen Hilfe für Patienten und Angehörige.